Theater-Ansicht historisch Ansicht Casino historisch Zuschauerraum historisch

Zur GESCHICHTE

Im Mai 1945 gründete die sowjetische Kreiskommandantur ein Kabarett in der Wichernstr. 10 – das sich anschließende „Kleine Theater“ (ab 1947 umbenannt in „Stadttheater“) eröffnete im August 1946 mit Lessings „Emilia Galotti. Die erste Vorstellung des am gleichen Ort gegründeten Elbe-Elster-Theaters erfolgte am 15. September 1949, ausgerechnet mit einem Stück des amerikanischen Klassenfeindes Arthur Miller - „Alle meine Söhne“. Die ersten Intendanten waren: Udo Krams, Hans Hardt-Hardtloff und Harry Braun, Harry Studt, Gero v. Wilcke und Ernst Richter.

1959 erfolgte ein erster, fast dreijähriger grundlegender Umbau des Hauses. 1964 nahm Helmut Bläss als Intendant seine Arbeit auf – das Ensemble dieses Hauses bespielte ab 1971 mit der Gründung der Interessengemeinschaft „Elbe-Elster-Theater“ über 60 Orte allein im heutigen Sachsen-Anhalt. Gespielt wurde auch in der Wörlitzer Parkbühne und der Inselgrotte, im 1972 neu eröffneten „Brett´l-Keller“ und Open-Air im historischen Beyer-Hof.

Zum 30. Jubiläum des „Elbe-Elster-Theaters“ 1979 entstand das so genannte „Studio“ im neuen Gewand, ein neuer Orchesterprobenraum wurde im Zuge umfangreicher Baumaßnahmen angebaut – und von 1988 bis 1993 konnten unter Intendant Bläss im Rahmen der fusionierten „Elbe-Saale-Bühnen-Wittenberg-Bernburg“ bis zu 6 Vorstellungen pro Tag an mehreren Spielstätten stattfinden – die stattliche Zahl von 360 Mitarbeitern machte dies möglich. Bis zur Wende galt das Elbe-Elster-Theater Wittenberg als größtes Gastspieltheater der DDR.

Helmut Bläss ging 1995/96 – als das Theater in „Mitteldeutsches Landestheater“ umbenannt wurde - als dienstältester Intendant Deutschlands in den Ruhestand. Seinen Nachfolgern Stövesand und Iwer waren nur kurze Schaffensperioden vergönnt – und in der Spielzeit 2001/02 – kam, was kommen musste: Mit dem gleichen Stück, durch das die sowjetische Kommandantur am 1. November 1945 das Kleine Theater Wittenberg begründet hatte – „Im Weißen Rössl“ - fiel 57 Jahre später der Vorhang – das Mitteldeutsche Landestheater Wittenberg schloss seine Tore. Zur Schließung des Theaters im Jahre 2002 kam es u.a., weil es in den Jahren zuvor den Verantwortlichen des Theaters und den zuständigen Politikern und Verwaltungsangestellten in Stadt Wittenberg, Landkreis Wittenberg und Bundesland Sachsen-Anhalt nicht gelang, Verständnis für die jeweils andere Position zu entwickeln und darauf aufbauend nach Lösungen für eine gemeinsame Zukunft zu suchen. Trotz einer Bürgerpetition mit mehr als 10.000 Unterschriften konnte das Haus nicht gehalten werden und schloss als erstes Theater Sachsen-Anhalts nach der Wiedervereinigung seine Pforten.

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